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Tipps und Informationen - Fluoride

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Mein Kind braucht
Fluoride! |
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Zum Einsatz der Fluoride in der
Gruppenprophylaxe.
Die Schmelzschicht unserer Zähne ist
das härteste Material im Körper - aber
unempfindlich sind unsere Zähne
deswegen noch lange nicht. Die
Außenschicht unserer Zähne, der
Zahnschmelz, ist keineswegs eine
undurchdringliche Front, sondern ein
mikrofeines Gitter aus Kristallen (Hydroxyl-Apatit)
mit eingelagerten anorganischen
Stoffen, z.B. Magnesium, Natrium,
Kalium. Sobald bestimmte Säuren auf
den Zahn gelangen, werden diese Stoffe
herausgelöst, das Gitter wird porös -
und damit zu einem idealen Ort für
Bakterien, deren Stoffwechselprodukte
den Zahn weiter zerstören. Das nennt
man dann Karies.
Fluoride können diesen Prozess
verhindern, indem sie den Zahnschmelz
widerstandsfähiger machen. Deshalb
werden sie seit 1874 zur
Kariesverhütung empfohlen.
Welchen Vorteil haben sie?
Fluoride unterstützen die Remineralisation, sie helfen
nachweislich dabei, die
Kalziumphosphate schneller wieder in
den Zahnschmelz einzubauen. Vorteil:
Die Zeit für Bakterien, die
"Schwachstellen" im Schmelz zu nutzen,
wird kürzer, das Risiko "Karies"
dadurch geringer.
Fluoride werden auch selbst in das
Kristallgitter des Zahnschmelzes
eingelagert - genau wie die
Kalziumphosphate. Vorteil: Wenn durch
Säure wieder eine Entmineralisation
beginnt, sind sofort Fluoride zur
Stelle, um die Remineralisation zu
beschleunigen.
Fluoride, die über Zahnpasta oder
entsprechendes Gel auf die Zähne
gelangen, bilden eine Art Schutzfilm
um die Zähne, eine Art Deckschicht aus
Kalziumfluorid. Vorteil: Wenn Säure
entsteht, wird diese bereits von
dieser Deckschicht neutralisiert - die
Mineralien im Zahnschmelz bleiben vor
Ort, der Zahnschmelz fest.
Fluoride dringen auch in die
Bakterien ein und stören deren
Stoffwechsel. Vorteil: Die
zahngefährliche Säureproduktion wird
gehemmt.
Fluoride sollten eigentlich in den
Zähnen wie in einem Reservoir
bereitliegen. Da das nicht von Natur
aus in ausreichendem Maße vorbereitet
ist, muss man zusätzlich "von außen"
Fluoride
hinzugeben.
Solange die Zahnbildung
im Kieferknochen läuft, kann auf dem
Weg über die Blutbahn Fluorid aus der
Nahrung (fluoridiertes Speisesalz oder
Trinkwasser) oder durch zu lutschende
Fluoridtabletten in den Zahnschmelz
eingebaut werden. Die externe
Anwendung von Fluoriden mit Hilfe von
Zahnpasten, fluoridiertem Speisesalz
und der durch den Zahnarzt
angewendeten Lacke oder Gele ist der
internen Gabe überlegen.
Nicht nur die zahnmedizinischen
Wissenschaftler, sondern auch
Verbraucherschützer wie die Stiftung
Warentest bestätigen: Fluoride sind
sinnvoll. Die zunehmende Verbreitung
fluoridhaltiger Zahnpasten hat zu
einem ganz deutlichen Rückgang von
Karies geführt. Gibt es
Risiken?
Wird zu viel Fluorid eingenommen,
entsteht eine sogenannte Fluorose. Da
Deutschland ein Fluormangelgebiet ist,
kommt sie hierzulande eigentlich nicht
vor. In bestimmten Gebieten Afrikas oder
Indiens sieht man manchmal Zähne mit
bräunlich-gelben Flecken,
Schmelzschäden, die auf eine übergroße
Menge Fluorid und ein Zuviel an
eingelagerten organischen Stoffen
zurückgehen.
Grundsätzlich sollte vor der Anwendung
von Fluoriden beim Patienten erfragt
werden, ob eine Fluoridaufnahme bereits
aus anderen Quellen erfolgt.
Was wir auch hierzulande kennen: Sehr
feine weiße Linien oder wolkig
erscheinende weißliche Areale. Sie
deuten auf ein "bisschen zu viel
Fluorid" hin - sind aber völlig harmlos.
Beinahe jedes zweite Kind hat ohnehin,
unabhängig von der Fluoridzufuhr solche
weißen Stellen an den Schneidezähnen.
Und wie ist es mit Vergiftungen?
Hier könnte es bei einem "Zuviel" zu
Problemen kommen - trotzdem sind
Vergiftungen praktisch so gut wie
ausgeschlossen. Die Stiftung Warentest
erklärt das mit dem Bild eines etwa
fünfjährigen und rund 20 kg schweren
Kindes, das den Inhalt einer kompletten
Erwachsenen-Zahnpastatube aufessen
müsste, um - im zudem ungünstigsten Fall
- Vergiftungserscheinungen zu zeigen.
Welche Möglichkeiten der
Fluoridierung gibt es?
Verwendung von fluoridiertem
Speisesalz beim Kochen und Backen in
Verbindung mit der Anwendung von
Kinderzahnpasta mit reduziertem
Fluoridgehalt in Form einer
grünerbsengroßen Menge zum
Zähneputzen. Wird die Zahnpflege nicht
mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta
durchgeführt und auch kein
fluoridiertes Speisesalz verwendet, so
können vom Kinderarzt Fluoridtabletten
verordnet werden.
Nach Vollendung des sechsten
Lebensjahres kann fluoridierte
Erwachsenenzahnpasta benutzt werden.
Die Verwendung von Lacken und Gelen
erfolgt nach zahnärztlicher Anweisung
in der Regel erst ab dem
Schuleintrittsalter
Fluoridierungsmaßnahmen sind ein sehr
wichtiger Beitrag zum Erhalt gesunder
Zähne. Allein können sie aber keine
Wunder bewirken und sicher vor Karies
schützen.
Deshalb kommt es auch bei Anwendung von
Fluorid auf (zahn-)gesunde Ernährung und
gute Mundhygiene an. Nur so schützen Sie
sich und Ihre Familie vor Karies und
Zahnfleischentzündungen.
Ihre Landesarbeitsgemeinschaft für
Jugendzahnpflege
des Freistaates Sachsen e.V.

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